Dienstag, 30. Oktober 2012

Hallo ihr Lieben,

Wollte nur kurz schreiben, als Antwort auf eure Mails:
Ich hatte/habe einen Erschöfungszustand (Burnout) eben noch mit dem Schock einer anderen Kultur. Und es war wohl höchste Zeit, nach Hause zu kommen, meinte der Arzt.

Macht euch keine Sorgen, ich muss alles jetzt erst mal verarbeiten und kann deshalb noch nicht so wirklich Mails beantworten usw.. aber wenn ich diesen Schock verarbeitet und aufgearbeitet und der, jetzt zu Hause zu sein, überwunden habe, wird es bestimmt besser! Außerdem hat Gott das alles in der Hand! Und er hat mich jetzt schon was Wichtiges gelehrt: Ich musste zum ersten Mal in meinem Leben eine so gravierende Entscheidung treffen, die eben nicht die Erwartung anderer erfüllt hat. Auch, wenn es nicht ganz freiwillig war.

Danke von Herzen für euer Beten,
Lisa

Was noch ganz wichtig ist:
Das ganze Projekt "El Refugio" ist so toll! Ich möchte nicht, dass jetzt jemand einen schlechten Eindruck hat, weil ich dort krank geworden bin.
Allerliebste Grüße auch an die Mädels im Refugio- Viel Kraft und DANKE, dass ihr da wart!Grüßt mir die Kinder und Doris!
Bis bald!

Donnerstag, 25. Oktober 2012


Hallo meinen Lieben!
Mir fällt es jetzt mega schwer, das zu schreiben. Aber ich muss leider früher nach Hause.  Auf der Reise oder sogar schon vorher hatte ich einen Schock (wegen der Kultur, es kam sehr viel zusammen). Leider habe ich das nicht bemerkt und wusste auch einfach viel zu wenig darüber. Zum Beispiel waren auf der Reise Situationen, die mich sehr fertig gemacht haben! Abends habe ich irgendwie oft gezittert und wusste nicht, was das war und konnte mit der ganzen Situation schwer umgehen. Ich konnte mir mein Empfinden nicht erklären und war wie in einem Schock, hab aber einfach weitergemacht. Habe mir eingeredet, dass das schon wieder wird, dass Gott mich hierhin gestellt hat und ich jetzt einfach kämpfen muss, denn schwere Zeiten kommen ja immer und sonst habe ich eben versagt.
 Kurz danach wurde ich krank und seitdem ist es mir immer schlimmer gegangen- ich konnte nichts mehr essen und nicht mehr richtig schlafen. Aber der tollen Leute und Kinder wegen wollte ich wenigstens noch bis zum Februar da sein und "kämpfen" aber eigentlich hat mir Gott die ganze Zeit gesagt, ich müsste nicht mehr. Zwischendurch hatte ich aber immer wieder den Frieden darüber, noch zu bleiben.

Ich wollte von ganzem Herzen hier bleiben aber meine Kraft ist zu Ende und es ist gefährlich, wenn ich jetzt noch hier bleibe. Ich erkenne mich jetzt schon nicht mehr wieder und hatte mehrere Zusammenbrüche. Es sind noch viele Faktoren zusammengekommen. Letztendlich haben wir jetzt hier alle zusammen die Entscheidung getroffen, und  alle haben gesagt, ich müsse nach Hause bevor ich wirklich ganz krank werde- ich selbst hätte das mir nicht eingestehen können, weil ich die Verantwortung gesehen habe.

Heute haben wir es den Kindern gesagt und es war sehr traurig.  Hier wird wirklich ein Teil von meinem Herzen bleiben und ich bete darum, dass ich bald nochmal hinkommen kann.
Nur leider musste ich das jetzt so akzeptieren, auch wenn es mir schwer fiel, es überhaupt zuzugeben. Auch die anderen Freiwilligen, die Mitarbeiter und alle, die hier zu meinem „Alltag“ gehört haben, werde ich vermissen.  Es ist hoffentlich kein Abschied für immer! Ich habe hier vor allem unter den Freiwilligen richtige Freunde gefunden, wir hatten so eine tolle Gemeinschaft und haben viel erlebt!
Ich weiß nicht, ob ihr es versteht- ich verstehe es im Moment selbst nicht. Aber ich muss lernen, eine Entscheidung zu treffen, die ich nicht von anderen abhängig mache weil ich mich sonst kaputt mache.
Gott hat mir hier so viel gelehrt in den fast 3 Monaten, meine Beziehung zu ihm ist so viel tiefer geworden und er war wirklich meine Konstante- sogar noch viel mehr! Ich würde die Zeit nie missen, und auch, wenn es wirklich hart war, war es die spannenste und tollste Zeit! Ich bin so dankbar dafür!
Und egal, was andere denken, ich weiß, dass es kein "Aufgeben! ist.
Ich erzähle euch zu Hause sehr gerne noch mehr Einzelheiten, wenn ich mich wieder erholt habe. Aber hier für den Blog ist es erst mal genug.
Danke für euer Beten! Jedes Gebet hat mir immer wieder geholfen und mir Lichtblicke gegeben! Und davon hatte ich sehr viele! Ich werde noch Bilder von unserer Reise reinstellen- die könnt ihr euch dann noch gerne anguckenJ

>>Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken!<<

Bis bald, Lisa

Sonntag, 21. Oktober 2012

Hallo meine Lieben,

hier bin ich nochmal.
Vor ca. 1 Woche bin ich aus dem Urlaub wiedergekommen. Es war sehr abenteuerlich und spontan und schön! Wir waren an wunderschönen Orten!:)
Werde jetzt bald ein paar Fotos hochladen und dabei wahrscheinlich ein bisschen mehr erzählen.

Aber es war so schön zu sehen, wie die Kinder sich gefreut habe, als wir wieder da waren!
In der Zeit hat Juliana, und abwechslungsweise Evelyn und Monika meine Aufgaben in der Schule übernommen. Und Romina, auch wirklich eine tolle Mit- Freiwillige, war dann die komplette Woche hier (sonst ist sie eine halbe Woche in Pachacutec) und hat mit den anderen unsere Aufgaben übernommen.
Juliana wird jetzt mit mir zusammen die Schule der 4 Kinder übernehmen und ich bin wirklich froh über ihre Unterstützung und sowieso darüber, dass sie und die Anderen Freiwilligen da sind.

:)
Es sieht so aus als sei hier bald (ab ca. Januar) Personalmangel und das ist wirklich ein Problem, da gar nicht genug Leute helfen können. Wir haben ja allein 3 Schulgruppen, die mindestens einer übernehmen muss. Natürlich ist es umso anstrengender für alle, vor allem aber für Doris, die alles verwaltet und die Verantwortung hat!
Dafür wäre- und das wünsche ich mir auch von Herzen -für die Kinder eine weitere Konstante gut, die immer hier ist bzw. lange bleibt auch eventuell schon erfahrener in Sachen Pädagogik usw. ist.
Dafür könnt ihr mit beten, wenn ihr wollt. Denn die Erziehung von 12 extrem lebhaften Kindern mit einer Vergangenheit, die sich leider nicht rückgängig machen lässt, ist alles andere als leicht! Wir Freiwillige kommen mit unserem Wissen auch oft an unsere Grenzen- aber wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben!

Ich plane jetzt mit den Zwillingen (Angelo und Josias (9)) , Gitarre zu lernen. Sie sind wirklich schon jetzt wirklich begabt und haben ein gutes Gefühl für Musik. Darauf freue ich mich wirklich, hoffe nur, dass es klappt und sie die Geduld aufbringen, da das ja oft das schwierigste beim Lernen eines Instrumentes ist.

Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Johannes 14, 27

Liebste Grüße und seid gesegnet!
Lisa

Sonntag, 7. Oktober 2012

Bilder vom ersten Kurzurlaub:)

Hey ihr Lieben!

Wir hatten letzte Woche einen wunderschönen Urlaub in Huacachina- ca. (mit dem Bus länger:)) 3 Stunden von hier entfernt.
Es ist eine Oase in der Wüste- und so wunderschön!
Wir haben so viel erlebt und hatten eine ebenfalls wunderschöne Zeit!
Hannah und Vicky gehen leider in 2 Wochen schon und ich werde sie sehr vermissen- sie sind mir schon so ans Herz gewachsen. Aber Julina ist jetzt da- aus Deutschland- und das ist wirklich toll!:) Sie bleibt für 10 Monate.

So, und jetzt ein paar Bilder:

unser Hostel direkt an der Oase


Wir mussten uns immer wieder bewusst machen, dass wir ja wirklich ind er Wüste sind..;)

das ist die Insel Paracas- dort leben Pinguine, Seelöwen und Millionen von Vögeln- wir haben das alles vom Boot aus gesehen


Seelöwen


Pinguine

die wunderschöne Oase



das war ein mega cooles Erlebnis- Sandboarden! Wir sind einfach mit Holzboards die Dünen  runtergefahren


mit einen Buggie sind wir die Dünen hochgefahren, von denen wir dann hinterher mit den Boards runtergefahren  sind- allein das war ein Erlebnis!


hier nochmal die Oase von oben mit: Lorena, Hannah, mir und Vicky


der Sonnenuntergang in der Wüste Huacachinas





die Bar von unserem Hostel



Hoffe, ihr habt ein paar Einblicke bekommen! Also, wenn ihr irgendwann mal nach Peru kommt, würde ich Huacachina auf jeden Fall empfehlen;) Wir haben es sehr genossen.
So, jetzt packe ich gleich meine Sachen für morgen- da fliegen wir in den Urlaub! Wenn diese 3 Tage schon so abenteuerlich werden, dann bin ich echt gespannt auf diese Woche. :)
Gott beschenkt uns übrigens hier alle jeden Tag! Wir spüren ihn hier wirklich - auch, wie er Gebete erhört.
Danke auch für eure Gebete!


Alles Liebe und Gottes Segen euch!
Lisa

Freitag, 28. September 2012

http://www.asocelrefugio.org/portal/- hier könnt ihr gerne nochmal lesen, was "El Refugio" genau ist und was es alles beinhaltet!
Wollte mich einfach nochmal ganz kurz melden, bevor wir unsere große Reise antreten!:)

Mir gehts wirklich sehr gut und alles ist einfach wirklich bereichernd! Auch, wenn die Kinder sich an einen gewöhnt haben, macht es einfach Spaß, sie jeden Tag besser kennen zulernen! Man stößt wirklich oft an seine Grenzen, weil es anstrengend ist und die Schule wie auch die Nachmittage mit Hausaufgaben, Musik machen, malen, tanzen und- ganz neu entdeckt (dank Hannah:))- häkeln,sehr viel Kraft fordern- trotzdem überwiegen ganz klar die schönen Momente. Besonders auch, wenn wir einmal in der Woche nach Cienegullia fahren- das ist das Highlight der Woche für die Kinder. Dort machen wir nicht so viel Schule und sie können da einfach rumtoben, schwimmen, alle Arten von Sport machen.. und das ist natürlich für uns Freiwillige auch schön, uns mit den Kindern im Sport ein bisschen zu verausgaben:)
Oft ist es bei mir so, dass ich in den schönen Momenten vergesse, wie es ist, wenn es wirklich hart ist. Das ist gut weil man einfach in den harten Momenten kurz davor ist, aufzugeben weil man das Gefühl hat, alles geht drunter und drüber.
Aber wer hat gesagt, dass es einfach ist, in einem Kinderheim zu arbeiten, wo jedes der Kinder seine eigene Geschichte hat?
:) Aber Gott hat mit jedem Kind etwas vor, egal, wie viele Dummheiten sie manchmal im Kopf haben und wie lange sie brauchen und was sie machen, bis sie wirklich das machen, was sie sollen!

Morgen ist ein Tag der Offenen Tür in Pachacutec. Und in den nächsten Wochen haben geschätzt alle Kinder Geburtstag- also gibt es viel zu feiern!:)

Die Gemeinschaft mit den Freiwilligen ist wirklich toll- wir merken alle, wie sehr wir vor allem von Gott lernen außerdem lernen wir voneinander weil wir so nah zusammen arbeiten. Man lernt jeden auf seine Art schätzen und man lernt so viel über die eigene Person (vor allem die Schwächen). Aber wir haben eine wirklich schöne Zeit, lernen einfach mal so irgendwelche Leute auf der Straße kennen und erkunden hier die Kultur und die Gegend zusammen.
Hier in der Gemeinde zu den Peruanern entwickeln sich auch Freundschaften.

Außerdem sind Monika und Peter hier. Sie sind ein Ehepaar, das ihre Wohnung aufgegeben hat und in der Schweiz in einem Bus wohnen, um alle 3 Monate hier hin zu kommen und zu helfen. Sie kennen die Kinder schon seit 11 Jahren und sind hier ein riesengroßer Segen! Sie sind auch oft in Pchacutec und helfen, sorgen für die Kinder und reparieren alles Nötige.

Habe jetzt mit Doris über die Studien-Sache geredet.. letztendlich ist es natürlich meine Entscheidung aber sie würde es verstehen.. obwohl sie auch sagt, dass ich eigentlich noch viel Zeit habe, da ich ja noch jung bin und mir nicht so einen Stress machen muss. Die Zeit erscheint mir jetzt noch wirklich kurz- wenn ich denken würde, dass ich zum Sommersemester wiederkomme obwohl es ja auch 6-7 Monate sind. Ich weiß jetzt schon, dass es, egal wann ich gehe schwer werden wird und ich auf jeden Fall zurückkommen werde.
Aber jetzt bin ich erst mal hier und freue mich auf die Zeit und vertraue, dass Gott alles gut macht! (Oh ja, das muss ich auch lernen:))
Werde mich jetzt mal bewerben und gucken, was dabei rauskommt, weil ich wirklich gerne studieren würde.

Gebets anliegen:
- Dank: Für Alles- dass Gott einfach da ist, für die Kinder, die Gemeinschaft! Die Leute, die hier sind!
-Bitten:
- genug Helfer zu eigentlich jeder Zeit, damit Doris genug Unterstützung hat!
- Kraft für alle und immer wieder neuen Mut:)
- für die Kinder
- für die Studiensache- ab dieser Woche muss ich mich bewerben.

Es gibt so viele Eindrücke und Gedanken, die man gar nicht alle verarbeiten kann!
Gott segne euch!
Alles Liebe,
Lisa


Noch kurz die Reiseroute:

Wir fliegen am 08. Oktober nach Juliaca (Bolivien, damit wir ein bisschen mehr Aufenthalt bekommen) - das ist am Titicacasee, außerdem fahren wir da noch nach Cobacabana und Puno - da soll es sehr schön sein.
Von da aus dann nach Arequipa.

Nächste Woche gehen wir nach Huacacina- das ist eine Oase. Außerdem gibts da Inseln, wo Pinguine, Seelöwen, Delfine etc. leben..


Sonntag, 23. September 2012

Habe gemerkt, dass ich in den letzten Posts ein bisschen gefühlsorientiert war und das Ganze für euch verwirrend gewesen sein muss. Glaube das war wegen dem vielen Neuen, musste erst mal damit fertig werden. Ich versuche jetzt, ein bisschen sachlicher zu werden! :)
Könnt aber trotzdem gern noch für die Sache beten, die ich davor geschrieben hatte!

In einer Woche reisen wir.. erst wir wahrscheinlich 5 Voluntäre für ein paar Tage und danach noch Lorena und ich für eine Woche. Freue mich wirklich sehr- wir überlegen, zum Titicacasee und nach Arequipa zu fahren. Außerdem muss ich ausreisen, damit mein Aufenthalt hier nicht illegal ist, dafür werden wir wahrscheinlich nach Bolivien fliegen oder auch mit dem Bus fahren. Bin wirklich gespannt, mehr von dem Land zu sehen!

Alles Liebe und seid gesegnet!

Lisa

Montag, 10. September 2012


Hallo ihr Lieben!

Danke für eure Gebete! Ich fühle mich seehr wohl hier und habe alle Leute schon total ins Herz geschlossen.. :) Hier sind im Moment 2 andere Freiwillige, Vicky und Hannah und sie sind auch wirklich toll! Es tut gut, so viele Menschen um sich zu haben und ich habe gemerkt, dass ich ein Mensch bin, der Beziehungen braucht- das war wahrscheinllich auch ein Grund, warum es mir am Anfang nicht so gut ging. Man wird hier wirklich gestärkt dadurch, dass man Gemeinschaft miteinander hat und zusammen betet!

Ihr könnt für die Kinder hier beten, im Refugio und Pachacutec...sie brauchen so viel Liebe! Und auch für die Mitarbeiter für Geduld, Liebe und Kraft, die täglichen Herausforderungen anzunehmen!
Aber man merkt einfach, wie Gott wirkt und wie wichtig es ist, die Sorgen vor ihn zu bringen und nicht aufzuhören zu beten!



:) Lorena, Vicky, Hannah

Rahel (11)



Strand von miraflores


in cineguilla

timo´s Abschiedsfeier

Lukas (6)Julio (10) & Angel (12)
Das Haus in Cineguilla

Samuel (4), Angelo (8) , Dulce (6) und Mechita (1)



Hier sind ein paar Bilder von Pachacutec, dem Slum, wo auch ein Heim ist, was Doris aufgebaut hat.. es ist einfach nur krass und ich konnte gestern, als wir da waren gar nicht realisieren, dass Menschen so leben.. so vergessen und trostlos! Mann, und es gibt so viele solcher Slums hier und das Leben dort ist geprägt von Gewalt! Man kann es sehr schwer beschreiben aber ich hatte das Gefühl, dass ich gestern, als ich dort weggefahren bin einen kleinen Kulturschock hatte..